Friedensblog

WTF, Darts?!?

25.04.2017 - 3 Kommentare

Gerade fahren alle total ab auf Darts und ich habe keine Ahnung warum. Ich komme auf Darts nicht klar. Ich verstehe Darts nicht. Also, ich verstehe Darts sogar ziemlich gut: Menschen werfen spitze Dinge in poröse Dinge und freuen sich mehr oder weniger, je nach dem, wo das spitze Ding das poröse Ding getroffen hat. Ich verstehe nur nicht, warum es dann auch noch Menschen gibt, die den werfenden Menschen dabei zusehen, weil Darts doch nun wirklich unter den langweiligsten Zuschauersportarten der Welt ist.

Alle Sportarten, wo man Leuten nur dabei zusieht, wie sie das Ding machen, sind langweilig anzusehen. Das einzige, worin sich Sportlerinnen und Sportler in diesen Sportarten voneinander unterscheiden ist, wie gut sie das Ding machen. Wer das Ding am besten macht gewinnt, alle anderen nicht, weil sie das Ding nicht so gut machen konnten. Fragt man sie hinterher, warum sie nicht gewonnen haben, ist die Antwort immer uninteressant: Meine Gegner haben das Ding besser gemacht als ich. Sie haben besser gedartst. Sie haben besser gesprintet. Sie haben besser gediskuswerft als ich.

Wenn ich lese, dass gerade wieder ein Sprintrekord gebrochen wurde, dann halte ich kurz inne und denke „Huh“, weil ich es wenigstens interessant finde, wie weit diese Leute ihren Körper getrieben haben. Ich möchte ihnen nur nicht dabei zusehen, denn das Sprinten ist furchtbar uninteressant, das wirklich spannende dabei sind die 2 bis 38 Jahre Training vorher. Aber nicht mal Leistungen kann man beim Darts richtig würdigen, weil es ein mathematisches Limit hat, wie gut man sein kann und niemand kann besser sein als dieses Limit. Und dieses Limit wird so oft erreicht, dass es bei Wikipedia eine Liste gibt von Leuten, die es live im Fernsehen erreicht haben, die so lang ist, dass sogar die Liste fast so uninteressant ist wie Darts.

Dann sagen Leute „Ja aber man geht zum Darts ja auch nicht wegen der dartsenden Leute, sondern wegen dem Publikum“ und dann frage ich „Gibt es da wo ihr herkommt denn keine Kneipen“, denn für diese muss man keine dreißig Euro Eintritt bezahlen, das Bier kostet weniger als ein Kleinwagen und in guten Kneipen wird man auch nicht rausgeworfen, bloß weil man sich ein Kostüm angezogen hat, das bei Aldi in der Karnevalszeit für weniger als den Eintrittspreis eines Dartturniers verramscht wurde. Oder, ich weiß nicht, wollt ihr stattdessen nicht zu einem Sport fahren, der auch wirklich spannend anzusehen ist, wo die Stimmung im Publikum in aller Regel ja auch nicht scheiße ist, außer vielleicht beim Golf? Wollen wir über Dota reden? Nein? Okay. Ich bin still. :(

Darts spielen ist sicher total lustig. Zum ersten Mal Darts gespielt habe ich mit, weiß nicht, sechs Jahren oder so und ich glaube zum letzten Mal gespielt habe ich es ungefähr um das Erreichen meiner Volljährigkeit, was auch zu den Darthighlights meines Lebens gehört: In einem Irish Pub, in Südfrankreich, leicht angetrunken, umgeben von betrunkenen Franzosen, mit richtigen Darts auf eine richtige Korkscheibe, während seltsame Musik mit Geigen und Flöten ertönte. Jetzt wo ich es so aufschreibe ist es praktisch ein Wunder, dass niemand verletzt wurde. Jedenfalls: Darts zu spielen ist sicher immer noch total lustig. Aber warum schaut man Leuten dabei zu? Warum?

Und, welche Trends findet ihr gerade total bescheuert?

Hi, ich bin Pascal und ich habe Fifty Shades of Grey gesehen

18.04.2017 - Keine Kommentare

Und zwar aus diesem Grund: Er war kostenlos auf Amazon Prime und ich wollte nicht griesgrämig aus der Ecke motzend über den Film urteilen, ohne ihn wenigstens ein Mal gesehen zu haben. Das ist jetzt schon einige Wochen her, aber ich habe mich erst jetzt entschlossen, etwas dazu zu sagen. Und naja, sind wir ehrlich, das ist wirklich kein guter Film, aus Gründen, die an allen anderen Orten im Internet schon zur Genüge diskutiert wurden, also beschränke ich mich auf die beiden offensichtlichsten: Erstens funktioniert ein Roman, dessen hauptsächlicher Konflikt der innere Konflikt der Protagonistin ist nicht als Film ohne viel Arbeit zu investiere, was offensichtlich unterlassen wurde und zweitens habe ich absolut keine Ahnung, was Ana überhaupt an Christian findet. Andersrum kann ich wenigstens gut verstehen, warum sich Christian zu Ana hingezogen fühlt, also: It’s something?

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Ich führe 24 Minuten Selbstgespräche über Dungeons & Dragons

24.03.2017 - 3 Kommentare

Mist, ich Idiot habe gesagt, dass es einen Blogpost geben wird. Hier ist die Pilotfolge eines Podcasts, in dem ich über Dungeons & Dragons rede, aus Gründen, die ich zu Anfang des Podcasts erkläre. Lasst es mich wissen, wenn ihr das gerne gehört habt, denn ich sehe keinen Grund, das auch weiterhin als Selbstgespräch zu führen! Wenn ich es regelmäßig produziere wird es runder geschliffen, natürlich. Viel Spaß.

Ich habe so viele Fragen

19.08.2016 - Keine Kommentare

Nachdem ich diesen großartigen Artikel gelesen habe, der Frauen erklärt, wie man auf der Gamescom nicht aneckt, bin ich mir über viele Sachen unschlüssig. Als weißer, heterosexueller Junge nehme ich mir natürlich das Recht heraus, meine Fragen ins Internet zu brüllen. Ich weiß nicht mal, wem ich sie stelle. Der Autorin sicher nicht. Einige davon kann vielleicht nur ich selbst beantworten. Der Rest richtet sich wahrscheinlich am ehesten an die Existenz selbst. Oder die Menschheit. Was weiß denn ich, ich bin ein weißer, heterosexueller Junge. Ich muss mich nicht erst durch meine Intelligenz profilieren, um akzeptiert zu werden.

Verhindert höhere Wahlbeteiligung rechte Parteien? Die statistische Antwort.

14.03.2016 - Keine Kommentare

Vor jeder Wahl werden die sozialen Netzwerke vollgeschrien mit Aufforderungen, wählen zu gehen, weil sonst ja die anderen gewinnen, weil die ja immer alle zur Wahl gehen. Und dann gibt es auch vermehrt laute Stimmen, die das Gegenteil behaupten: Die ganzen Nichtwähler sind unzufrieden mit der aktuellen Politik, weil sie zusehends rechtere Meinungen vertreten, und könnten wir sie zur Urne zwingen, sähen die Ergebnisse noch katastrophaler aus. Statt mitzuschreien habe ich mich jetzt dazu entschieden, mein Wissen über Statistik zu nutzen, den Zusammenhang wirklich zu untersuchen. Dazu habe ich die (vorläufigen) Ergebnisse der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz genommen und die Wahlbeteiligung (in Prozentpunkten) mit den Zweitstimmen für einige Parteien (auch in Prozentpunkten) verglichen. Heruntergebrochen habe ich es auf Wahlbezirksebene. Ich möchte leider keine Kurzfassung der Ergebnisse geben, weil diese statistisches Grundwissen voraussetzen oder den Sachverhalt grob verzerrend darstellen würden.

Eingeteilt habe ich die Parteien in superrechte Parteien (NPD, Republikaner und Der Dritte Weg), besorgte Parteien (AfD, ALFA) und allgemein rechte Parteien (beide Gruppen zusammen). Vorweg möchte ich schicken, was Korrelation überhaupt bedeutet. Eine Korrelationsanalyse untersucht, wie stark Datenpunkte mathematisch zusammenhängen. Sie kann niemals einen logischen Zusammenhang zwischen zwei Zahlen herstellen, da sie immer nur eine Aussage über bereits bekannte Zahlen trifft, aber nicht über noch zu ermittelnde Zahlen. Selbst eine perfekte Korrelation bedeutet lediglich dass wir, würden wir morgen einen Wahlbezirk finden, den wir vergessen haben auszuzählen, aus dessen Wahlbeteiligung eine gute Vermutung darüber ableiten könnten, wie das Ergebnis der rechten Parteien sein wird. Da eine Korrelationsanalyse keine Aussage über die Ursache der Zahlen treffen kann ist es sehr gut möglich, dass diese Vermutung sehr weit daneben liegen würde. Korrelation gibt lediglich einen Hinweis darauf, dass ein Zusammenhang bestehen könnte. Man kann die Zahl benutzen, um eine These zu stützen, aber niemals, um sich eine absolute Aussage aus ihr abzuleiten1. Noch dazu ist die Menge der Datenpunkte mit 51 Wahlbezirken ziemlich klein – die Aussagekraft aller statistischen Kennzahlen auf so kleine Datenmengen ist sowieso fragwürdig.

Jetzt wo das gesagt ist: Der Pearson-Koeffizient2 zwischen der Wahlbeteiligung und dem Ergebnis rechter Parteien beträgt -0,28. Betrachten wir nur die superrechten Parteien beträgt der Koeffizient -0,23, nur bei den besorgten Parteien beträgt er auch -0,28. Negative Zahlen bedeuten, dass eine Steigerung der Wahlbeteiligung mit einem Sinken der Anteile der rechten Parteien einhergeht. Zum Vergleich: Die Korrelation zwischen rechten Parteien und der Länge des Namens des Wahlbezirks, von der ja nun wirklich niemand behaupten möchte, dass ein Zusammenhang besteht, beträgt 0,09. Die Korrelation zwischen CO2-Ausstoß und Jahresdurchschnittstemperaturen, von der hoffentlich alle annehmen, dass ein Zusammenhang besteht, beträgt je nach Quelle und Periode zwischen 0,35 und 0,60. Die Stärke der Korrelation wird ausgedrückt durch den Abstand des Koeffizienten von Null, das heißt die Korrelation Wahlbeteiligung-Rechts ist stärker als Name-Rechts, aber schwächer als CO2-Temperatur. Dieser Koeffizient alleine drückt aus, dass zwischen den Zahlen wirklich ein leichter Zusammenhang besteht. Bezirke mit höherer Wahlbeteiligung hatten schlechtere Ergebnisse der rechten Parteien.

Leider ist das noch nicht die ganze Wahrheit. Versuchen wir nämlich eine Trendlinie zu ermitteln3 stellen wir fest, dass dieser Zusammenhang so nur in den niedrigeren Wahlbeteiligungen existiert. Für Wahlbeteiligungen über 72% lässt sich der genau gegenteilige Effekt feststellen: Mit steigender Wahlbeteiligung steigt auch wieder der Anteil der rechten Parteien. Ignorieren wir alle Bezirke mit einer Wahlbeteiligung unter diesen 72% beträgt der Pearson-Koeffizient 0,49. Der Zusammenhang ist nicht nur viel stärker, er ist auch in die gegenteilige Richtung, das heißt eine Steigerung der Wahlbeteiligung geht mit einer Steigerung des Stimmenanteils rechter Parteien einher.

Grafik Wahlbeteiligung-Rechts

Mit einer höheren Wahlbeteiligung den rechten Parteien entgegenzuwirken hat also bei dieser Wahl nur bis zu einer bestimmten Wahlbeteiligung funktioniert. Darüber haben mehr Wähler nur für einen noch höheren Anteil rechter Parteien gesorgt. Wie gesagt lässt sich daraus weder ein Zusammenhang herleiten noch eine Aussage für die Zukunft treffen. Aber eine These, die es viel weiter zu überprüfen gilt, bevor wir sie als richtig betrachten können, würde ich doch gerne formulieren: Eine höhere Wahlbeteiligung führt nicht automatisch zu einem schlechteren Abschneiden der rechten Parteien, weil eben nicht alle Nichtwähler etwas anderes wählen würden. Im Gegenteil legen die Zahlen sogar nahe, dass die rechten Tendenzen noch weitaus größer sind, als es die Wahlergebnisse vermuten lassen. Und dem Erstarken rechter Parteien kann man nicht mit Aufrufen zur Wahl entgegenwirken, sondern mit Ursachenforschung und -bekämpfung.

Die von mir verwendeten Daten und meine Analysen sind hier einsehbar.

  1. Es gibt sogar eine sehr lustige Website, die Korrelationen zwischen absolut nicht zusammenhängenden Zahlen aufzeigt.
  2. Ein statistisches Maß, um die Stärke einer Korrelation auszudrücken, das zwischen -1 und 1 liegt.
  3. Ich verwende ein Polynom 2. Grades

Ihr könnt schon AfD wählen, …

07.03.2016 - Keine Kommentare

… aber dann wählt ihr halt die Partei, die:

Und wenn ihr stattdessen jetzt NPD wählt seid ihr halt scheiße.

Serien und Filme, zusammengefasst 1/2016

01.02.2016 - Keine Kommentare

Star Wars Episode VII – Das Erwachen der Macht

Fanservice, überall Fanservice! Ungefähr 84% der Szenen in dem Film waren nur da, damit Leute im Publikum sitzen und schreien „HEY DAS ERKENNE ICH ZOMFG!“, aber was soll’s, schließlich waren diese Szenen immerhin gut. Nach Episode I hatte ich nur auf einen wenigstens handwerklich gut gemachten Film gehofft. Episode VII ist vielleicht ein bisschen ambitionslos, macht was er tut aber ziemlich gut und ich bekomme davon Lust die nächsten Filme zu sehen.

The Man in the High Castle – Staffel 1

Die Idee eines alternativen Universums, in dem die Achsenmächte den zweiten Weltkrieg gewonnen haben, ist etwas befremdlich, aber sehr interessant. Die Welt wurde wunderbar umgesetzt, aber leider sind ein paar der akut passierenden Handlungsstränge unnötig wirr und unübersichtlich und dann gibt es da noch dieses SciFi-Mystery-Element, das ich jetzt wirklich nicht gebraucht hätte und die in hartem Kontrast stehen zu den echt unfassbar ernsten Szenen in denen, sagen wir, eine jüdische Familie vergast wird. Das macht aber alles nichts, ist doch alleine die Handlung um Obergruppenführer John Smith spannend genug um mir die zweite Staffel ansehen zu wollen.

Scorpion – Staffel 1

Die Pilotfolge war dumm auf einem Niveau, das ich für kaum möglich hielt, deshalb habe ich mir daraus einfach abgeleitet, dass der Rest auch nicht besser ist. Die Wahrheit ist einfach, dass man in einem realistischen Szenario keine Charaktere schreiben kann, die klüger sind als man selbst. Hat man nicht Horden von Beraterinnen und Beratern hinter sich stehen ist die Intelligenz der Autoren das harte Limit. Deshalb sind schon die Hauptcharaktere in Scorpion nicht so die Überflieger, sehen aber besonders klug aus, weil alle um sie rum ununterbrochen grenzdebilen Müll reden. Dass die Charaktere ständig unfassbaren Quatsch getechnobabbelt haben bei einem Thema, mit dem ich mich zufällig auskenne, hat es auch nicht leichter zu ertragen gemacht. Dreht doch wenigstens einen Science-Fiction-Film wenn ihr euch nicht die Mühe machen wollt wirklich herauszufinden wie Computer funktionieren, aber unbedingt einen Plot um sie konstruieren wollt.

Rick and Morty – Staffel 1

Von kaum einer Serie die ich nie gesehen habe hab ich so viel Gutes gehört. Und naja, ja, es ist unfassbar lustig wenn man auf ganz leicht absurde Handlungsverläufe steht. Aber ernsthaft, was ist das mit dem Gerülpse? Ich bin keine 12 mehr, der Witz ist nicht lustig und ich denke jedes einzelne Mal dass es gerade einen durchaus amüsanten Satz unnötig unterbrochen hat. Abgesehen von diesem einzigen Mal, wo ich es wirklich lustig fand. Schlechte Körperfunktionswitze hätte die Serie eigentlich nicht nötig gehabt.

Rick and Morty – Staffel 2

Das wussten die Macherinnen und Macher offenbar selbst und haben das Gerülpse in Staffel 2 auf ein absolut erträgliches Niveau reduziert und sie taten gut daran.

Sleepy Hollow – Staffel 1

Die Serie hat inkonsistent agierende Figuren, einen Plot schlimmer als der von Assassin’s Creed und ein paar ernsthafte Pacing-Probleme in der Mitte der Staffel. Aber naja, ich muss gestehen: Ich mag es. Es ist bescheuert auf genau die Art, um das Maximum an Aussetzung meiner Ungläubigkeit auszulösen und es mich absolut abfeiern zu lassen, dass George Washington wortwörtlich ein Freimaurerzombie sein und gegen die Heerscharen der Hölle gekämpft haben soll. Tut mir leid.

The 8H8ateful 8Eight5

Gefühlt hatten wir das Ende von Tarantino schon bei Death Proof miterlebt, mit Inglourious Basterds und Django Unchained sind dann aber seine vielleicht besten Filme erschienen, also haben wir wahrscheinlich erst jetzt Peak Tarantino erreicht. Ich habe im Vorfeld gesagt The Hateful Eight sei zwar ein Film der grundsätzlich davon handelt dass acht Leute in einer Hütte eingesperrt sind, aber es halt auch die acht Schauspieler seien denen ich dabei zusehen möchte und Tarantino der Filmemacher sei der das schaukeln kann. Aber leider ist das dann ein Film, in dem der eigentlich spannende Teil – die Ungewissheit wer auf wessen Seite steht – ziemlich kurz kommt und der stattdessen unnötig langatmige Exposition auch gerne mitten im Film zeigt. Bei dem Versuch, das mit Humor etwas weniger trocken zu präsentieren, machen mit Jennifer Jason Leigh, Tim Roth und Walton Goggins leider nur drei statt acht Schauspielern eine wirklich gute Figur. Der Film ist nicht wirklich schlecht, er ist nur weitaus mittelmäßiger als ich gehofft habe. Aber naja gut, sind wir hoffnungsvoll, es muss schließlich einen zweitschlechtesten Film geben. Außerdem hat es mich ununterbrochen angefressen, dass sich zu keinem Zeitpunkt, egal wie man zählt, acht Personen in der Hütte befanden.

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