TIL: Gmail stellt keine Mails zu, die über Umwege den gleichen Absender und Empfänger haben

Ich habe, wie jeder Mensch im Internet (ja, jeder, Ende der Diskussion), eine Adresse bei Google Mail. Nennen wir sie mal ich@gmail.com. Wenn ich eine Mail von ich@gmail.com an ich@gmail.com schicke und diese über Google zustellen lasse dann kommt sie ein paar Sekunden später bei mir an. Wenn ich jetzt eine andere Adresse habe, sagen wir mal auchich@frdnspnzr.de, und diese so hintüddele, dass sie an ich@gmail.com weiterleitet (was ja durchaus Sinn ergibt) und ich jetzt von ich@gmail.com eine Mail durch Google an auchich@frdnspnzr.de schicke… kommt sie nicht an. In diesem Fall, aber natürlich nicht im ersten Fall, denkt Google, es sei klug, die Mail nicht zuzustellen, weil ich sie ja an mich selbst schicke.

Das steht irgendwo tief unten in der Hilfe, ergibt für mich in dieser Form gar keinen Sinn, bereitete mir gerade 30 Minuten Kopfschmerzen und passiert scheinbar öfter. Für den Fall, dass mal jemand dieses Wissen gebrauchen kann.

Tron: Legacy

Kann man schauen, muss man aber nicht. Der Film sieht wahnsinnig gut aus. Die Art-Abteilung gab sich sichtlich Mühe, den Look von Tron beizubehalten, aber dreißig Jahre nach vorne zu spulen. Dabei herausgekommen ist eine Welt, die sowohl massiv materiell als auch flüchtig und virtuell aussieht, mit ihrer Mischung aus schweren, schwarzen Bauten und hellen Lichtspielen. Zu tief in den Farbtopf wird leider nicht gegriffen, um die einfache Unterscheidbarkeit zwischen Gut (Blau) und Böse (Rot) ja nicht zu ruinieren, das hätte dem Film sehr gut getan. Abgesehen von Jeff Bridges Leuchtejesusmantel sind vor allem auch die Kostüme großartig, mit dem engen Latex und Plastik und den Lichtern und der starken Struktur. Alles andere an dem Film versagt leider mehr oder weniger.

Die Macher sehen leider nicht ein, dass der Film vor allem optisch besticht und versuchen, ihre nicht vollständig bescheuerte, aber sehr sehr flache, Handlung in den Vordergrund zu stellen. Das Script besteht hauptsächlich aus vorhersehbaren Wendungen und den dafür nötigen Dialogen und tröpfelt ganz seicht vor sich hin, ohne jemanden vor wirkliche Probleme zu stellen, durch die man nicht einfach durchflutschen könnte. Da können auch die Schauspieler nicht mehr viel rausholen. Garrett Hedlund lächelt sich so durch den Film, Olivia Wilde gibt sich Mühe, leidet aber sehr unter ihrem Charakter. Viel zu wenig Screentime haben Bruce Boxleitner (der, übrigens, unglaublich alt ist, Himmel!) und Michael Sheen. Jeff Bridges ist natürlich sehr, sehr großartig, leider hat man vergessen, ihm zu sagen, dass er nicht den Dude spielt, aber naja, den Bademantel hatte er eh schon dabei, da haben sie ein paar Leuchtröhren eingebaut und ihn machen lassen. Wer auch immer es für nötig hielt, dass ein mit Spezialeffekten verjüngter Jeff Bridges den Antagonisten geben darf, für den ist noch kein angemessener Kreis in der Hölle gebaut. Clu (und der junge Flynn ganz zu Anfang) sehen einfach in jeder Szene kaputt aus, weil auch die besten Spezialeffekte versagen, wenn in der Computerwelt sonst jeder von einem echten Menschen gespielt wird.

Allgemein fehlt es dem Film massiv an Geschwindigkeit, nicht nur wegen des übertriebenen und dummen Geschwätzanteiles, sie schaffen es sogar, dass die Actionszenen und der Fanservice kein bisschen in Fahrt kommen. Die Arenakämpfe mit den Discs sind wunderschön choreographiert, aber zu kurz. Das Lightcycle-Rennen ist… langsam. Dafür hätten sie einen Preis verdient, eigentlich. Was ein Actionschlachtfest bei Hochgeschwindigkeit mit Lichteffekten und Explosionen hätte werden können zeigt lieber in Zeitlupe, wie sich Lightcycles manifestieren und wieder zerspringen und Leute über den Boden schlittern. Das war vielleicht abgefahrener 3D-Porno, funktioniert aber ansonsten kein Stück. Es gab eine einzige, wirklich perfekte Szene, als Computernazischergen einen Computernachtclub stürmen, Computer-Daft Punk sich annicken und erstmal Computermusik auflegen und die Hölle aus akrobatischen Bewegungen und Licht losbricht, während Computerpimp Laserstrahlen aus seinem Computergehstock durch den Raum feuert. Das dauert so in etwa dreißig Sekunden, dann nehmen sie wieder schlagartig die Geschwindigkeit raus.

Über Logikfehler müssen wir gar nicht sprechen, oder? Gut, zwei habe ich. Erstens: Tron ist ein Computerprogramm. Eine Maschine. Er wurde umprogrammiert. Keine Chance, sich an früher zu erinnern und selbstständig die eigene Programmierung zu ändern. Mhmh. Auf keinen Fall. Zweitens: Wenn die User im Computer übermenschliche Kräfte haben, was in Tron so war und was Flynn Senior am Ende vom Tron: Legacy auch demonstriert, warum das alles? Warum rennen sie nicht einfach in die Stadt, lassen die Sau raus und fliegen heimwärts? Warum?