Serien und Filme, zusammengefasst 1/2016

Star Wars Episode VII – Das Erwachen der Macht

Fanservice, überall Fanservice! Ungefähr 84% der Szenen in dem Film waren nur da, damit Leute im Publikum sitzen und schreien „HEY DAS ERKENNE ICH ZOMFG!“, aber was soll’s, schließlich waren diese Szenen immerhin gut. Nach Episode I hatte ich nur auf einen wenigstens handwerklich gut gemachten Film gehofft. Episode VII ist vielleicht ein bisschen ambitionslos, macht was er tut aber ziemlich gut und ich bekomme davon Lust die nächsten Filme zu sehen.

The Man in the High Castle – Staffel 1

Die Idee eines alternativen Universums, in dem die Achsenmächte den zweiten Weltkrieg gewonnen haben, ist etwas befremdlich, aber sehr interessant. Die Welt wurde wunderbar umgesetzt, aber leider sind ein paar der akut passierenden Handlungsstränge unnötig wirr und unübersichtlich und dann gibt es da noch dieses SciFi-Mystery-Element, das ich jetzt wirklich nicht gebraucht hätte und die in hartem Kontrast stehen zu den echt unfassbar ernsten Szenen in denen, sagen wir, eine jüdische Familie vergast wird. Das macht aber alles nichts, ist doch alleine die Handlung um Obergruppenführer John Smith spannend genug um mir die zweite Staffel ansehen zu wollen.

Scorpion – Staffel 1

Die Pilotfolge war dumm auf einem Niveau, das ich für kaum möglich hielt, deshalb habe ich mir daraus einfach abgeleitet, dass der Rest auch nicht besser ist. Die Wahrheit ist einfach, dass man in einem realistischen Szenario keine Charaktere schreiben kann, die klüger sind als man selbst. Hat man nicht Horden von Beraterinnen und Beratern hinter sich stehen ist die Intelligenz der Autoren das harte Limit. Deshalb sind schon die Hauptcharaktere in Scorpion nicht so die Überflieger, sehen aber besonders klug aus, weil alle um sie rum ununterbrochen grenzdebilen Müll reden. Dass die Charaktere ständig unfassbaren Quatsch getechnobabbelt haben bei einem Thema, mit dem ich mich zufällig auskenne, hat es auch nicht leichter zu ertragen gemacht. Dreht doch wenigstens einen Science-Fiction-Film wenn ihr euch nicht die Mühe machen wollt wirklich herauszufinden wie Computer funktionieren, aber unbedingt einen Plot um sie konstruieren wollt.

Rick and Morty – Staffel 1

Von kaum einer Serie die ich nie gesehen habe hab ich so viel Gutes gehört. Und naja, ja, es ist unfassbar lustig wenn man auf ganz leicht absurde Handlungsverläufe steht. Aber ernsthaft, was ist das mit dem Gerülpse? Ich bin keine 12 mehr, der Witz ist nicht lustig und ich denke jedes einzelne Mal dass es gerade einen durchaus amüsanten Satz unnötig unterbrochen hat. Abgesehen von diesem einzigen Mal, wo ich es wirklich lustig fand. Schlechte Körperfunktionswitze hätte die Serie eigentlich nicht nötig gehabt.

Rick and Morty – Staffel 2

Das wussten die Macherinnen und Macher offenbar selbst und haben das Gerülpse in Staffel 2 auf ein absolut erträgliches Niveau reduziert und sie taten gut daran.

Sleepy Hollow – Staffel 1

Die Serie hat inkonsistent agierende Figuren, einen Plot schlimmer als der von Assassin’s Creed und ein paar ernsthafte Pacing-Probleme in der Mitte der Staffel. Aber naja, ich muss gestehen: Ich mag es. Es ist bescheuert auf genau die Art, um das Maximum an Aussetzung meiner Ungläubigkeit auszulösen und es mich absolut abfeiern zu lassen, dass George Washington wortwörtlich ein Freimaurerzombie sein und gegen die Heerscharen der Hölle gekämpft haben soll. Tut mir leid.

The 8H8ateful 8Eight5

Gefühlt hatten wir das Ende von Tarantino schon bei Death Proof miterlebt, mit Inglourious Basterds und Django Unchained sind dann aber seine vielleicht besten Filme erschienen, also haben wir wahrscheinlich erst jetzt Peak Tarantino erreicht. Ich habe im Vorfeld gesagt The Hateful Eight sei zwar ein Film der grundsätzlich davon handelt dass acht Leute in einer Hütte eingesperrt sind, aber es halt auch die acht Schauspieler seien denen ich dabei zusehen möchte und Tarantino der Filmemacher sei der das schaukeln kann. Aber leider ist das dann ein Film, in dem der eigentlich spannende Teil – die Ungewissheit wer auf wessen Seite steht – ziemlich kurz kommt und der stattdessen unnötig langatmige Exposition auch gerne mitten im Film zeigt. Bei dem Versuch, das mit Humor etwas weniger trocken zu präsentieren, machen mit Jennifer Jason Leigh, Tim Roth und Walton Goggins leider nur drei statt acht Schauspielern eine wirklich gute Figur. Der Film ist nicht wirklich schlecht, er ist nur weitaus mittelmäßiger als ich gehofft habe. Aber naja gut, sind wir hoffnungsvoll, es muss schließlich einen zweitschlechtesten Film geben. Außerdem hat es mich ununterbrochen angefressen, dass sich zu keinem Zeitpunkt, egal wie man zählt, acht Personen in der Hütte befanden.

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