E3 – Die Zusammenfassung eines Außenstehenden

Pressekonferenzen auf der E3 langweilen mich. Es ist 2017 und ich bekomme die selben Informationen acht Sekunden, nachdem die Konferenz vorbei ist einfacher und präziser und besonders unterhaltsam finde ich sie auch nicht. Eher peinlich. Das wurde in den letzten Jahren immer schlimmer. Schuld daran sind vor allem die absolut authentischen Gespräche bei Multiplayerspielen und Twitch-Stars, die ich nicht kenne, die einen Bildschirm anbrüllen. Außerdem sind sie in meiner Zeitzone praktisch nie zu besonders guten Zeiten und ich hab besseres zu tun als morgens um 3 irgendwas anzusehen. Aber was gesagt wird interessiert mich meistens schon.

Deshalb habe ich es dieses Jahr einfach so gemacht: Ich habe die Pressekonferenzen komplett ignoriert und mir morgens beim Frühstück Twitter angeschaut. Keine News-Seiten, keine Reddit-Threads, kein E3 Recap. Twitter. Und aus diesen Informationen habe ich versucht, die Nacht zu rekonstruieren und es wurde sehr schnell wirklich seltsam. Weil natürlich niemand irgendwas erklärt und nur über Dinge redet. Und jetzt entschuldigt mich, ich muss jetzt herausfinden, was wirklich passiert ist.

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Fick dich, Dota! 🖕

Ich muss etwas loswerden. Dota ist eines der besten Spiele, die jemals entwickelt wurden. Ich stelle das als Behauptung auf und habe keine Lust, diese zu verteidigen, denn darum geht es mir nicht, ich wollte nur von Anfang an klarstellen, aus welcher Perspektive ich auf das Spiel schaue. Ich kenne es seit ungefähr acht Jahren, spiele es seit ungefähr vier und verfolge auch die Profiszene und Turniere sehr eng. Zum Finale des größten Turniers lade ich mir seit Jahren Freunde nach Hause ein. Ich saß auch schon in einem Stadion. Ich gab schon Standing Ovations für einen meiner Lieblingsspieler. Ich liebe Dota.

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WTF, Darts?!?

Gerade fahren alle total ab auf Darts und ich habe keine Ahnung warum. Ich komme auf Darts nicht klar. Ich verstehe Darts nicht. Also, ich verstehe Darts sogar ziemlich gut: Menschen werfen spitze Dinge in poröse Dinge und freuen sich mehr oder weniger, je nach dem, wo das spitze Ding das poröse Ding getroffen hat. Ich verstehe nur nicht, warum es dann auch noch Menschen gibt, die den werfenden Menschen dabei zusehen, weil Darts doch nun wirklich unter den langweiligsten Zuschauersportarten der Welt ist.

Alle Sportarten, wo man Leuten nur dabei zusieht, wie sie das Ding machen, sind langweilig anzusehen. Das einzige, worin sich Sportlerinnen und Sportler in diesen Sportarten voneinander unterscheiden ist, wie gut sie das Ding machen. Wer das Ding am besten macht gewinnt, alle anderen nicht, weil sie das Ding nicht so gut machen konnten. Fragt man sie hinterher, warum sie nicht gewonnen haben, ist die Antwort immer uninteressant: Meine Gegner haben das Ding besser gemacht als ich. Sie haben besser gedartst. Sie haben besser gesprintet. Sie haben besser gediskuswerft als ich.

Wenn ich lese, dass gerade wieder ein Sprintrekord gebrochen wurde, dann halte ich kurz inne und denke „Huh“, weil ich es wenigstens interessant finde, wie weit diese Leute ihren Körper getrieben haben. Ich möchte ihnen nur nicht dabei zusehen, denn das Sprinten ist furchtbar uninteressant, das wirklich spannende dabei sind die 2 bis 38 Jahre Training vorher. Aber nicht mal Leistungen kann man beim Darts richtig würdigen, weil es ein mathematisches Limit hat, wie gut man sein kann und niemand kann besser sein als dieses Limit. Und dieses Limit wird so oft erreicht, dass es bei Wikipedia eine Liste gibt von Leuten, die es live im Fernsehen erreicht haben, die so lang ist, dass sogar die Liste fast so uninteressant ist wie Darts.

Dann sagen Leute „Ja aber man geht zum Darts ja auch nicht wegen der dartsenden Leute, sondern wegen dem Publikum“ und dann frage ich „Gibt es da wo ihr herkommt denn keine Kneipen“, denn für diese muss man keine dreißig Euro Eintritt bezahlen, das Bier kostet weniger als ein Kleinwagen und in guten Kneipen wird man auch nicht rausgeworfen, bloß weil man sich ein Kostüm angezogen hat, das bei Aldi in der Karnevalszeit für weniger als den Eintrittspreis eines Dartturniers verramscht wurde. Oder, ich weiß nicht, wollt ihr stattdessen nicht zu einem Sport fahren, der auch wirklich spannend anzusehen ist, wo die Stimmung im Publikum in aller Regel ja auch nicht scheiße ist, außer vielleicht beim Golf? Wollen wir über Dota reden? Nein? Okay. Ich bin still. :(

Darts spielen ist sicher total lustig. Zum ersten Mal Darts gespielt habe ich mit, weiß nicht, sechs Jahren oder so und ich glaube zum letzten Mal gespielt habe ich es ungefähr um das Erreichen meiner Volljährigkeit, was auch zu den Darthighlights meines Lebens gehört: In einem Irish Pub, in Südfrankreich, leicht angetrunken, umgeben von betrunkenen Franzosen, mit richtigen Darts auf eine richtige Korkscheibe, während seltsame Musik mit Geigen und Flöten ertönte. Jetzt wo ich es so aufschreibe ist es praktisch ein Wunder, dass niemand verletzt wurde. Jedenfalls: Darts zu spielen ist sicher immer noch total lustig. Aber warum schaut man Leuten dabei zu? Warum?

Und, welche Trends findet ihr gerade total bescheuert?

Hi, ich bin Pascal und ich habe Fifty Shades of Grey gesehen

Und zwar aus diesem Grund: Er war kostenlos auf Amazon Prime und ich wollte nicht griesgrämig aus der Ecke motzend über den Film urteilen, ohne ihn wenigstens ein Mal gesehen zu haben. Das ist jetzt schon einige Wochen her, aber ich habe mich erst jetzt entschlossen, etwas dazu zu sagen. Und naja, sind wir ehrlich, das ist wirklich kein guter Film, aus Gründen, die an allen anderen Orten im Internet schon zur Genüge diskutiert wurden, also beschränke ich mich auf die beiden offensichtlichsten: Erstens funktioniert ein Roman, dessen hauptsächlicher Konflikt der innere Konflikt der Protagonistin ist nicht als Film ohne viel Arbeit zu investiere, was offensichtlich unterlassen wurde und zweitens habe ich absolut keine Ahnung, was Ana überhaupt an Christian findet. Andersrum kann ich wenigstens gut verstehen, warum sich Christian zu Ana hingezogen fühlt, also: It’s something?

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Ich führe 24 Minuten Selbstgespräche über Dungeons & Dragons

Mist, ich Idiot habe gesagt, dass es einen Blogpost geben wird. Hier ist die Pilotfolge eines Podcasts, in dem ich über Dungeons & Dragons rede, aus Gründen, die ich zu Anfang des Podcasts erkläre. Lasst es mich wissen, wenn ihr das gerne gehört habt, denn ich sehe keinen Grund, das auch weiterhin als Selbstgespräch zu führen! Wenn ich es regelmäßig produziere wird es runder geschliffen, natürlich. Viel Spaß.

Ich habe so viele Fragen

Nachdem ich diesen großartigen Artikel gelesen habe, der Frauen erklärt, wie man auf der Gamescom nicht aneckt, bin ich mir über viele Sachen unschlüssig. Als weißer, heterosexueller Junge nehme ich mir natürlich das Recht heraus, meine Fragen ins Internet zu brüllen. Ich weiß nicht mal, wem ich sie stelle. Der Autorin sicher nicht. Einige davon kann vielleicht nur ich selbst beantworten. Der Rest richtet sich wahrscheinlich am ehesten an die Existenz selbst. Oder die Menschheit. Was weiß denn ich, ich bin ein weißer, heterosexueller Junge. Ich muss mich nicht erst durch meine Intelligenz profilieren, um akzeptiert zu werden.

  • Ich habe bereits im ersten Satz „looten“ statt „loten“ gelesen. Was sagt das nun über mich aus? Findet noch jemand, dass ich alleine dadurch jetzt weitaus qualifizierter bin, über Videospiele zu reden, als andere Leute?
  • Mache ich im Leben etwas falsch, wenn ich nicht auf Messen fahre, um mir attraktive Frauen anzusehen, sondern, naja, einfach Tittenbilder auf Tumblr suche?
  • Ich spiele gerne dumme Mobile Games. Macht mich das zu einer Frau?
  • Aber ich mag auch Bulletstorm. Das ist alles so verwirrend. Gleicht sich das aus? Bin ich dadurch genderneutral oder wieder ein richtiger Mann?
  • Bei sexy Cosplayerinnen weiß ich immer nie, was ich davon halten soll. Auf der einen Seite bewundere ich oft, wie schön sie die Kostüme umgesetzt haben. Denke aber auch gleichzeitig, wie schlimm das ist, dass sie wie Pornodarstellerinnen aussehen müssen, bloß, weil sie wie Videospielcharaktere aussehen wollen. Dann wünsche ich mir mehr männliche Cosplayer in weiblichen Rollen und umgekehrt, aber das ist auf der einen Seite ja auch wieder doof, auf der anderen Seite aber auch wieder toll. Liebes Doktor-Sommer-Team, lieber Doomian, liebe taff-Redaktion: Wie soll ich gegenüber Cosplay fühlen?
  • Ist irgendwas falsch mit mir, wenn ich Zombiestripperinnen schon immer eher befremdlich fand? Ist es ein ausgefallener Fetisch, dass man Sex und Zombies nicht vermischen will?
  • Warum geben wir dem Nazihainer eigentlich immer noch eine Plattform? Sollten wir nicht … *klickt auf den Link* *landet auf Superlevel* Oh. Okay. Weitermachen.
  • Sind die Wendy-Spiele denn gut?
  • Falls nicht: Welche Pferdespiele sind denn gut? Ich frage für einen Freund. Äh, eine Freundin meinte ich natürlich.
  • Gibt es eigentlich einen Ponyhofsimulator?
  • Wisst ihr eigentlich, dass Ponys gnadenlose Killermaschinen sind und ein realistischer Ponyhofsimulator nicht mal annähernd so lustig wäre, wie es klingt?
  • Bin ich Spezieist, weil ich Katzenmenschen furchtbar finde? Ich mein, ich hab nix gegen Katzenmenschen. Das ist nur so … langweilig. Das sind Menschen, nur halt als Katze. Sogar Elfen sind spannender. Überlegt euch doch mal ausgefallenere Rassen, ey.
  • (Das ist keine Frage, sondern eine Anekdote: In Final Fantasy XIV konnte ich mich wirklich nur in meinen Katzenmenschen hineinversetzen, als er männlich war, weil die weibliche Version so ekelhaft übersexualisiert war, dass ich ständig wegen den Animationen meine Skill Rotation vergessen habe.)
  • Nachdem der Hain-Blöd-Link sicher war dachte ich, alle Links führen zu Superlevel und hab mir jetzt versehentlich eine Babes-Gallerie der Computerbild angeschaut. Kann ich den Klick irgendwie zurücknehmen?
  • Falls das nicht geht, kann ich alternativ einfach zum Karmaausgleich dem Springer-Verlag vor die Tür pinkeln?
  • Ist alles am Springer-Verlag schlimm oder projiziere ich da nur die Bildzeitung zu weit? Kann ich Welt-Links anklicken, ohne mich zu schämen?
  • Tut euch Springer Science auch immer total leid, weil nie jemand Axel Springer Verlag ausschreibt?
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