Tron: Legacy

Kann man schauen, muss man aber nicht. Der Film sieht wahnsinnig gut aus. Die Art-Abteilung gab sich sichtlich Mühe, den Look von Tron beizubehalten, aber dreißig Jahre nach vorne zu spulen. Dabei herausgekommen ist eine Welt, die sowohl massiv materiell als auch flüchtig und virtuell aussieht, mit ihrer Mischung aus schweren, schwarzen Bauten und hellen Lichtspielen. Zu tief in den Farbtopf wird leider nicht gegriffen, um die einfache Unterscheidbarkeit zwischen Gut (Blau) und Böse (Rot) ja nicht zu ruinieren, das hätte dem Film sehr gut getan. Abgesehen von Jeff Bridges Leuchtejesusmantel sind vor allem auch die Kostüme großartig, mit dem engen Latex und Plastik und den Lichtern und der starken Struktur. Alles andere an dem Film versagt leider mehr oder weniger.

Die Macher sehen leider nicht ein, dass der Film vor allem optisch besticht und versuchen, ihre nicht vollständig bescheuerte, aber sehr sehr flache, Handlung in den Vordergrund zu stellen. Das Script besteht hauptsächlich aus vorhersehbaren Wendungen und den dafür nötigen Dialogen und tröpfelt ganz seicht vor sich hin, ohne jemanden vor wirkliche Probleme zu stellen, durch die man nicht einfach durchflutschen könnte. Da können auch die Schauspieler nicht mehr viel rausholen. Garrett Hedlund lächelt sich so durch den Film, Olivia Wilde gibt sich Mühe, leidet aber sehr unter ihrem Charakter. Viel zu wenig Screentime haben Bruce Boxleitner (der, übrigens, unglaublich alt ist, Himmel!) und Michael Sheen. Jeff Bridges ist natürlich sehr, sehr großartig, leider hat man vergessen, ihm zu sagen, dass er nicht den Dude spielt, aber naja, den Bademantel hatte er eh schon dabei, da haben sie ein paar Leuchtröhren eingebaut und ihn machen lassen. Wer auch immer es für nötig hielt, dass ein mit Spezialeffekten verjüngter Jeff Bridges den Antagonisten geben darf, für den ist noch kein angemessener Kreis in der Hölle gebaut. Clu (und der junge Flynn ganz zu Anfang) sehen einfach in jeder Szene kaputt aus, weil auch die besten Spezialeffekte versagen, wenn in der Computerwelt sonst jeder von einem echten Menschen gespielt wird.

Allgemein fehlt es dem Film massiv an Geschwindigkeit, nicht nur wegen des übertriebenen und dummen Geschwätzanteiles, sie schaffen es sogar, dass die Actionszenen und der Fanservice kein bisschen in Fahrt kommen. Die Arenakämpfe mit den Discs sind wunderschön choreographiert, aber zu kurz. Das Lightcycle-Rennen ist… langsam. Dafür hätten sie einen Preis verdient, eigentlich. Was ein Actionschlachtfest bei Hochgeschwindigkeit mit Lichteffekten und Explosionen hätte werden können zeigt lieber in Zeitlupe, wie sich Lightcycles manifestieren und wieder zerspringen und Leute über den Boden schlittern. Das war vielleicht abgefahrener 3D-Porno, funktioniert aber ansonsten kein Stück. Es gab eine einzige, wirklich perfekte Szene, als Computernazischergen einen Computernachtclub stürmen, Computer-Daft Punk sich annicken und erstmal Computermusik auflegen und die Hölle aus akrobatischen Bewegungen und Licht losbricht, während Computerpimp Laserstrahlen aus seinem Computergehstock durch den Raum feuert. Das dauert so in etwa dreißig Sekunden, dann nehmen sie wieder schlagartig die Geschwindigkeit raus.

Über Logikfehler müssen wir gar nicht sprechen, oder? Gut, zwei habe ich. Erstens: Tron ist ein Computerprogramm. Eine Maschine. Er wurde umprogrammiert. Keine Chance, sich an früher zu erinnern und selbstständig die eigene Programmierung zu ändern. Mhmh. Auf keinen Fall. Zweitens: Wenn die User im Computer übermenschliche Kräfte haben, was in Tron so war und was Flynn Senior am Ende vom Tron: Legacy auch demonstriert, warum das alles? Warum rennen sie nicht einfach in die Stadt, lassen die Sau raus und fliegen heimwärts? Warum?

So

Naja, ich gebe zu: Ich bin nur sehr schwer zufrieden zu stellen. Ich hatte in den letzten 12 Monaten gefühlt 200 verschiedene Blogs, alle in anderer Software und unter anderen URLs und sie haben auch alle anders ausgesehen. So richtig zu Hause hab ich mich nirgends gefühlt. Dann hab ich mich eine Nacht drangesetzt und wieder ein schönes, aktuelles WordPress neu aufgesetzt und ein Theme dafür gebaut. Ja, WordPress, ruhe in den hinteren Reihen. Ich versuche ja immer, Dinge nicht per Definition scheiße zu finden, weil es gerade chique ist und ja, ich halte WordPress immer noch für ein gutes Stück Software. Außerdem kenne ich mich damit gut aus und habt auch mal schnell irgendwas reingefummelt, das stärkt den sich-zu-hause-fühlen-Aspekt doch sehr stark. Das Theme ist vor allem relativ simpel und Grün. Dass es Grün ist war mehr oder weniger Zufall. Urpsprünglich war es mal #C80815, dann habe ich aus Gründen der Technikspielerei eine zweite Farbe gebraucht und einfach #00755E benutzt und dann gedacht “Hey, das ist hübsch”. Natürlich habe ich mich an einigen Stellen großzügig bei anderen Seiten bedient, was das Layout angeht, aber ich wollte ja nichts neues, kann das eh nicht so gut und ich mag einige Sachen, die ich sehe.

Bisher habe ich vor allem ein paar Sachen rübergeholt, die ich nicht verlieren wollte und an denen ich das Layout ausprobieren konnte. Was hier in Zukunft passieren wird? Keine Ahnung, aber das ist ja das tolle an so einem “zu Hause”-Blog, ich kann hiermit machen was ich will. Es wird vermutlich ziemlich viel Gejammer über meinen Weltschmerz werden, vielleicht Filme und Bücher und Comics, wahrscheinlich irgendwas mit Technik, weniger aber immer noch sehr wahrscheinlich mit selbstgebauter Technik und, wenn ich total gut drauf bin, ich bin hier sogar auf crazy Designspielereien vorbereitet.

In diesem Sinne.

Let the carnage begin!

Stuttgart, Wilhelma, 27.08.2012

Das war letzte Woche, Montag oder Dienstag, denke ich Montag, als wir halbspontan nach Stuttgart fuhren und in die Wilhelma gingen. Das ist architekturmäßig bestimmt total wertvoll und super, ich kenne aber niemanden, der davon Ahnung hat, die haben auch irgendwie Blumen und Kram, aber das hat mich auch nicht interessiert, also tun wir jetzt einfach so, als wäre ich im Zoo gewesen und hätte davon Bilder gemacht. Tiere! Seehundbaby!

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Ich hätte den Drink “Comet” nennen können, schade

Gerade hatte ich ein Glas auf dem Tisch stehen und holte den Met vom Regal, dann dachte ich “Alter, es ist nichtmal 3, du kannst doch jetzt keinen Met saufen” und deswegen stellte ich den Met neben das Glas auf den Tisch und ging an den Kühlschrank und holte eine Flasche Cola raus und als ich zurück zum Tisch kam um mir die Cola einzuschenken und den Met darauf stehen sah dachte ich “Ach, was soll’s, einer muss es ja mal probieren” und mischte den Met mit Cola.

Dieses historische Ereignis sollte ab jetzt in Geschichtsbüchern auftauchen, direkt nach dem zweiten Weltkrieg, weil das beides so Fehler sind, von denen zukünftige Generationen noch lernen können, um sie hoffentlich nicht zu wiederholen.

Jetzt trinke ich Cola.

Ein Dings, das mir im Supermarkt passiert ist

Ich stand so im örtlichen Supermarkt und wollte Käse kaufen. Das war so irgendwo neben den Süßigkeiten, die ich bewusst nie durchquere, weil ich dafür keinen Grund habe, weil ich dort nur durch muss, wenn ich zum Schnaps und Wein möchte und unser Schnapsregal ist gut gefüllt und mit Wein hat es hier ja keiner so und es böse ausgeht, wenn ich durch’s Süßigkeitenregal gehe, weil wissenschon. Ich stand also irgendwo zwischen den Süßigkeiten und dem kombinierten Baby- und Menstruationszübehörregal und hatte auf meinem Einkaufszettel noch Käse stehen, zwei Mal. In der ersten Zeile stand einfach nur “2 Käse”, was bedeutet, dass ich noch zwei von diesen quaderförmigen Plastikpackungen mit Gouda-Scheiben darin kaufen soll, in der zweiten Zeile stand “3 Reibekäse”, was so viel heißt wie drei Reibekäse.

Von zwischen den Süßigkeiten und den Tampons musste ich also am gesamten Kühlregal vorbei, um Käse zu kaufen, die Alternative wäre es gewesen, an den Tampons vorbei zu laufen, was mir mein Psychiater bestimmt verbieten würde, hätte ich denn, einen, denn ein frühkindliches Erlebnis, das ich vor wenigen Wochen erlebte, könnte dort Panik in mir auslösen, also ging ich am gesamten Kühlregal vorbei zum Käse.

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Spottender Tölpel

Hallo, ich heiße Pascal und habe vor wenigen Minuten die letzten Seiten des dritten Bandes der Hunger Games Trilogie weggelesen, was bedeutet, dass ich jetzt damit fertig bin, es sei denn, Suzanne Collins bemerkt spontan dass Geld. Ich bin jetzt in der glücklichen Lage, mir ein berechtigtes Urteil bilden zu können und an dieser Stelle solltet ihr gewarnt sein, dass ich keinerlei Rücksicht auf niemanden nehmen werde und vermutlich im ersten Satz das Ende der Reihe verraten werde, seht dies hier also bitte als euren letzten, sicheren Ausstiegspunkt (Wenn ihr den Text nur überflogen habt und dabei aus versehen lest, dass Katniss Präsident Snow heiratet und Peeta ihr Haussklave wird, oder so, dann tja, Pech gehabt).

Bevor ich ans Eingemachte gehe, also anfange, über das, was ich gelesen habe, wirklich zu reflektiere, bringen wir den langweiligen Teil hinter uns: Alle Bücher sind spannend geschriebene Abenteuerromane und niemand wird es für verschwendetes Geld oder Zeit halten, sie gelesen zu haben. Natürlich ist die Idee mit den Hungerspielen nicht neu in der Weltliteratur (Hallo Battle Royale Flamekinder!), die Welt als Ganzes ist aber durchaus sehr phantasievoll aufgebaut und sogar intelligenter, als der platte Wortwitz “Panem” vermuten ließe. Dabei wird ziemlich wenig über die Hintergründe erklärt, wie es eigentlich zur aktuellen Gesellschaftsform und der allgemeinen Lage der Erde kam, aber durch sinnvolles und stringentes World Building, das ja sowieso viel wichtiger ist, konnten durch Andeutungen viele Sachen erklärt werden, ohne wirklich dort zu stehen: Fortgeschrittene, aber nicht all zu ferne Zukunft, globale Erwärmung, vermutlich ein Krieg und eine militärisch starke Gruppe, die die Macht an sich reißt.

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