Friedensblog

Spinne? Spinne.

03.01.2013

Es gibt ja so Leute, die behaupten, so ein Blog wäre sowas wie eine Therapie für sie. Kram von der Seele schreiben und so Zeug. Ich hab das früher mal gemacht, bin davon aber abgekommen, weil dafür andere Wege besser funktionieren1. Trotzdem versuche ich das jetzt nochmal, weil mir gerade etwas passiert ist, das für mich so traumatisch und prägend war wie nur wenige andere Ereignisse der letzten, sagen wir, paar Wochen. Es war so: Ich war mit Julian dazu verabredet, Halo zu spielen. Ich hab so ein sauteures Headset mit ungefähr 197.8-Sound und Mikrofon. Das Mikrofon habe ich meistens hoch geklappt, weil es mir sonst ja vor dem Gesicht rumhängt und nervt, aber man muss das ja auch runterklappen, um mit Leuten zu reden, also hab ich es runter geklappt, um mit Leuten zu reden.

Natürlich war es unachtsam von mir, das Headset nicht vor dem Aufsetzen auf unübliche Vorkommnisse zu prüfen, aber scheinbar saß irgendwo auf der Mikrofonspitze eine Spinne herum. Das war nicht einfach nur so ein Fitzel-Weberknechtlein, sondern eine richtige Spinne, der Körper ungefähr so groß wie der OK-Knopf meines TAN-Generators2 und spinnigen Spinnenbeinen, also so richtig massiv spinnig. Diese Spinne jedenfalls war nicht sonderlich angetan von meinem vorhaben, das Mikrofon nach unten zu klappen und flüchtete kurzerhand auf meine Stirn. Dort hielt ich sie zuerst für ein Haar (Hm), die verirren sich ja öfters mal, ihr kennt das, zumindest, wenn ihr lange Haare habt, das ein wenig kitzelt (Hmmm), aber dann merkte ich, dass es ein besonderes Haar sein muss, denn es bewegte sich sonderbar (Oha) und, wie ich ziemlich schnell begriff, zielgerichtet (Ahh) und schon schoben sich die ersten Beine auf meine Brille (AHHHHH). Den Controller, den ich natürlich in der Hand hielt, verlor ich komplett aus meinem Bewusstsein und fand ihn später wieder vor meinem Sitzsack, er scheint einfach der Schwerkraft gefolgt zu sein. Das Headset beförderte ich quer durch den Raum, was auch immer das sei könnte ja noch dranhängen, aber es war noch da und nachdem ich mir selbst ein wenig im Gesicht herumboxte fanden auch meine Brille und die Spinne, die ich jetzt zum ersten Mal als Spinne identifizieren konnte (ARGHLBLARGH) ihren Weg zum Boden und ich trat ein wenig darauf herum (auf der Spinne, nicht auf der Brille).

Oder, zusammengefasst: Mir ist eine verfickte Spinne durch’s Gesicht gekrabbelt und das war scheiße.

  1. Nein, das wird kein “Sucht euch mal Freunde im echten Leben, Kacknerds”, das schließt explizit auch Internet mit ein, und sowieso, Mimimi, das sollte eigentlich ein spaßiger Eintrag werden.
  2. Entschuldigt, nach diesem Erlebnis bin ich nicht für Vergleiche zu gebrauchen und muss mich dem bedienen, was ich hier vor mir sehe